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Ups, mal wieder große Fresse gehabt.
Ich sitz an einem Abend wie diesem im Internet-Café. Schlimm genug, als ein Stränchen gefärbter Kerl mit der Zunge schnalzend reinkommt.
Lautstark setzt er sich rumpelnd an einen der Computer, vier Plätze von mir entfernt. Auf der anderen Seite der halbhohen Trennwand sitzen noch zwei andere Männer.
Sein Zungeschnalzen wird immer lauter, und ich, zwar so einiges vom Wrangelkiez gewöhnt, bin etwas genervt. Also dreh ich meinen Kopf in seine Richtung und sehe ihn etwas genauer an. Er hackt auf der Tastatur rum, als ob's kein Morgen gäbe und schnalzt unrhytmisch und mittlerweile sehr laut dazu.
Ich denke mir, okay, geh' ja eh gleich, das hältste auch noch au...zu spät! Er guckt zurück und brüllt gleich: "Was kucks Du, wa? Hast Du 'n Problem, hä?"
"Nö, Du?" sag ich.
"Kuck wech!" befiehlt er. Da ist er ganz verkehrt bei mir, von wegen freies Land und so, Freiheit des Raumes, der Zeit und der Guckrichtung...
"Ich schau dahin wo's mir passt.", und sehe ihm weiter in die Augen.
Hunde mögen das auch nicht. Entweder sehen sie dann unterwürfig weg und ziehen den Schwanz ein oder werden aggressiv.
Der Stuhl knallt gegen die Wand, so heftig springt er auf, und kommt mit geballter Faust auf mich zu gestürzt. Ich seh in weiter an, obwohl er jetzt direkt vor mir steht, und noch viel hässlicher ist, als auf vier Meter Entfernung zu erahnen war. So ein keilförmiger Typ, dem niemand gesagt hat, er dürfe beim Bodybuilding nicht vergessen, die Beine zu trainieren. Und wenn's um Laufen ginge, würd ich ihn schlagen, aber das geht nicht mehr. Scheißwortspiele!, denk ich, und muss fast lachen. Für Flucht ist es zu spät.
Ich weiss, jetzt ein Wort zuviel und der schlägt einfach zu. Einfach so. Denn darauf hat er den ganzen Tag gewartet, dass ihm jemand begegnet, an dem er seinen Frust und seine angestaute Aggression los werden kann. Mein Körper pumpt sich voll mit Adrenalin. Ich erwarte den Schlag und denke gleichzeitig an meine Brille, meine einzige Brille. Vor dem Schlag selbst hab ich keine Angst, doch er würde mir direkt ins Gesicht schlagen mit der Faust, und im Sitzen hätte ich keine große Chance was abzuwehren.
Früher wäre ich solchen sinnlosen Konfrontation aus dem Weg gegangen, das tue ich auch heute noch. Doch manchmal gibt's wohl keinen anderen Weg. So wie jetzt.
Ich sehe ihn unverwandt an. Unverwandt –das will ich hoffen. Hab mich nie für Leute -und für die auch schon wenig- interessiert, die weiter als der dritte Verwandschaftsgrad entfernt waren.
Die Faust zittert, aus seinen Lefzen trieft der Speichel. Schlagartig wird mir klar, woher die Hunderasse Boxer ihren Namen hat. Was hilft? Gedanken rasen durch mein Hirn, was geht? Schlag abfangen? Aufspringen? Auf den Fuß treten? Ihm den Mittelfinger in die Kniekehlen stecken, sodaß er nach hintenüber fällt?
Er ist zwar kleiner, doch das zählt nicht im Sitzen. Das Übelste ist, er hat keine Skrupel und ist vermutlich trainiert darin, grundlos auf jemanden einzudreschen.
Dann fällt mir die Kamera ein, mit der der Raum überwacht wird. Wie absurd, als ob der Typ vorn an der Kasse grade mal nicht die bemalten Chicks im Vorderraum anbaggern würde. Also, der käme maximal erst, wenn ich schon bluten würde -und dann auch nur ungern und langsam- und wäre noch sauer, daß ich solch eine Schweinerei veranstaltet hätte.
Hey! Da sind doch noch zwei Typen im Raum auf der anderen Seite der Trennwand. Der Raum ist ja nicht so groß, als daß sie das nicht mitbekämen. Doch, ...keine Reaktion. Genau, was geht sie das auch an? Muxmäuschenstill, die Feiglinge...
Ich sehe ihm direkt in die Augen, denke, d a s sind keine Augen, das ist Blödheit in Kugelform aus Marzipan; das sind zwei sich bewegende Stöpsel aus Biomasse, die den dahinter liegenden Hohlraum luftdicht verschließen. Mit Plenum und Peace kommste hier nicht weiter. Der wirkt nicht wie ein Student.
Obwohl man mit Plenum und Peace bei Studenten auch nicht weit kommt.
Komm, mach ich mir Mut, Du hast doch mal Kickboxen gemacht -naja, ein Buch über's Kickboxen gelesen und sogar am Kerzenständer ausprobiert -ein paar Kicks fallen dir doch jetzt ein....vor allem d i e, wie man wild auf einem Bürostuhl sitzend um sich tritt. Doch mir fällt vor allem ein, dass der Kerzenständer aus Metall war, die Kerzen noch brannten und die Wachs- und Blutflecken an der Wand, dem Schrank und auf der Bettwäsche neben dem schmerzenden Fuß und dem entstandenen Wohnungsbrand die kleineren Übel waren.
Ich denk an Action-Filme. Bruce Lee Willis, Steven Seagal, Chuck Norris grinsen mich an und winken mir zu; Kill Bill, Teil 1 und 2; Uma Thurman sowie Helge Schneider fallen mir ein. Was würde Helge tun und was macht er wohl grade? Und, dass ich jetzt lieber bei Uma Thurman wäre, auf ’ne Bionade oder auch mehr. Sie würde sagen, Hey, what’s that, Bionade? Smells fuckin good! Dann würd ich ihr sagen, Uma, du musst erst mal die anderen Sorten probieren! Holander for exampel, ihr einen vom Fermentierungsprozess erzählen, und dass Bionade ein beispielhaftes Produkt dafür ist, wie man in kürzester Zeit den Markt erobern kann. Uma öffnet interessiert den Mund, als wolle sie mir etwas sagen, mich jedoch noch viel lieber küssen. Ich schließe in hingebungsvoller Erwartung meine Augen, obwohl ich mich ungerne unterbrechen lasse... doch dann spricht sie, sagt etwas, das wie gesprochene Zeitlupe aus ihrem Mund an mein Ohr quillt. Ähnlich wie halb verdauter Babybrei kommt es wie ein Bäuerchen hoch "Waaaassss wiiiiiiilllllssss Duuuuuu deeeeennnnnn, waaaaaa?"
Im Raum ist es jetzt sehr, sehr still. Bis auf das Surren der Computer und das flache Atmen der feigen Bastarde, ist rein gar nichts zu hören. Aus dem Augenwinkeln, bilde ich mir ein, bewegt sich das Kameraauge in der Ecke -fort vom Geschehen hin zur bakteriologischen Entwicklung des Mülleimerinhaltes.
Ich sehe immer noch unverwandt in die flackernden Augen, die nicht Uma Thurman’s sind. Auch hier ist eine beiderseitige Verwandschaft auszuschließen.
Er muss bereits seit Stunden so verharren. Ich nehm seine zitternde Faust wahr, den Schaum auf seinen Lippen, seine nach vorne gerichtete Körperhaltung... D e r ist bereit mich zu zerfleischen, wie einen Döner mit extra Zwiebeln und Knoblauchsosse, den er zweifellos vorher gegessen hatte .... Ich sage: "I c h w i l l,.......daß Du Dich auf den Stuhl da drüben setzt, Deinen Computerscheiß machst und mit dem Schnalzen aufhörst."
Daraufhin lässt er die Hand sinken, die Faust entspannt sich, der Krampf aus seinem Gesicht entweicht und zieht sich zurück ins Resthirn. Ein Tropfen Speichel platscht auf den Boden, knapp an meinem Schuh vorbei -Holla, die Waldfee, d a wär aber was los gewesen, wenn der mich getroffen hätte.
Ein höllisches Inferno hätte das entfacht -Armaggedon!
Er sagt aber gar nichts, guckt nur perplex, geht zu seinem Platz und fängt an, still auf den Tasten zu klappern.
Sein Glück.
Na also, man muss sich nur richtig artizukulieren wissen.

Resume:
Hunde die Schnalzen, die hauen nicht?
Keilförmige Kerle eignen sich nicht unbedingt dazu, sie unangespitzt in den Boden zu rammen?
Kommt es nicht auch auf die Konsistenz und Beschaffenheit des Bodens an?
Was lernt man aus so einer Situation?
Und zu guter letzt: Interpunktion ist nicht jedermann's Sache, manchmal auch nicht meine, wie ich beim Lesen dieses Textes feststellen musste.
GEDÄCHTNIS = Speichern und Abrufen von Informationen
LERNEN = Aneignen von Wissen, Können und Verhalten durch Beobachtung, Übung und Einsicht.
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Text © 2006/2007 albanoundrominapower.twoday.net
Ich sitz an einem Abend wie diesem im Internet-Café. Schlimm genug, als ein Stränchen gefärbter Kerl mit der Zunge schnalzend reinkommt.
Lautstark setzt er sich rumpelnd an einen der Computer, vier Plätze von mir entfernt. Auf der anderen Seite der halbhohen Trennwand sitzen noch zwei andere Männer.
Sein Zungeschnalzen wird immer lauter, und ich, zwar so einiges vom Wrangelkiez gewöhnt, bin etwas genervt. Also dreh ich meinen Kopf in seine Richtung und sehe ihn etwas genauer an. Er hackt auf der Tastatur rum, als ob's kein Morgen gäbe und schnalzt unrhytmisch und mittlerweile sehr laut dazu.
Ich denke mir, okay, geh' ja eh gleich, das hältste auch noch au...zu spät! Er guckt zurück und brüllt gleich: "Was kucks Du, wa? Hast Du 'n Problem, hä?"
"Nö, Du?" sag ich.
"Kuck wech!" befiehlt er. Da ist er ganz verkehrt bei mir, von wegen freies Land und so, Freiheit des Raumes, der Zeit und der Guckrichtung...
"Ich schau dahin wo's mir passt.", und sehe ihm weiter in die Augen.
Hunde mögen das auch nicht. Entweder sehen sie dann unterwürfig weg und ziehen den Schwanz ein oder werden aggressiv.
Der Stuhl knallt gegen die Wand, so heftig springt er auf, und kommt mit geballter Faust auf mich zu gestürzt. Ich seh in weiter an, obwohl er jetzt direkt vor mir steht, und noch viel hässlicher ist, als auf vier Meter Entfernung zu erahnen war. So ein keilförmiger Typ, dem niemand gesagt hat, er dürfe beim Bodybuilding nicht vergessen, die Beine zu trainieren. Und wenn's um Laufen ginge, würd ich ihn schlagen, aber das geht nicht mehr. Scheißwortspiele!, denk ich, und muss fast lachen. Für Flucht ist es zu spät.
Ich weiss, jetzt ein Wort zuviel und der schlägt einfach zu. Einfach so. Denn darauf hat er den ganzen Tag gewartet, dass ihm jemand begegnet, an dem er seinen Frust und seine angestaute Aggression los werden kann. Mein Körper pumpt sich voll mit Adrenalin. Ich erwarte den Schlag und denke gleichzeitig an meine Brille, meine einzige Brille. Vor dem Schlag selbst hab ich keine Angst, doch er würde mir direkt ins Gesicht schlagen mit der Faust, und im Sitzen hätte ich keine große Chance was abzuwehren.
Früher wäre ich solchen sinnlosen Konfrontation aus dem Weg gegangen, das tue ich auch heute noch. Doch manchmal gibt's wohl keinen anderen Weg. So wie jetzt.
Ich sehe ihn unverwandt an. Unverwandt –das will ich hoffen. Hab mich nie für Leute -und für die auch schon wenig- interessiert, die weiter als der dritte Verwandschaftsgrad entfernt waren.
Die Faust zittert, aus seinen Lefzen trieft der Speichel. Schlagartig wird mir klar, woher die Hunderasse Boxer ihren Namen hat. Was hilft? Gedanken rasen durch mein Hirn, was geht? Schlag abfangen? Aufspringen? Auf den Fuß treten? Ihm den Mittelfinger in die Kniekehlen stecken, sodaß er nach hintenüber fällt?
Er ist zwar kleiner, doch das zählt nicht im Sitzen. Das Übelste ist, er hat keine Skrupel und ist vermutlich trainiert darin, grundlos auf jemanden einzudreschen.
Dann fällt mir die Kamera ein, mit der der Raum überwacht wird. Wie absurd, als ob der Typ vorn an der Kasse grade mal nicht die bemalten Chicks im Vorderraum anbaggern würde. Also, der käme maximal erst, wenn ich schon bluten würde -und dann auch nur ungern und langsam- und wäre noch sauer, daß ich solch eine Schweinerei veranstaltet hätte.
Hey! Da sind doch noch zwei Typen im Raum auf der anderen Seite der Trennwand. Der Raum ist ja nicht so groß, als daß sie das nicht mitbekämen. Doch, ...keine Reaktion. Genau, was geht sie das auch an? Muxmäuschenstill, die Feiglinge...
Ich sehe ihm direkt in die Augen, denke, d a s sind keine Augen, das ist Blödheit in Kugelform aus Marzipan; das sind zwei sich bewegende Stöpsel aus Biomasse, die den dahinter liegenden Hohlraum luftdicht verschließen. Mit Plenum und Peace kommste hier nicht weiter. Der wirkt nicht wie ein Student.
Obwohl man mit Plenum und Peace bei Studenten auch nicht weit kommt.
Komm, mach ich mir Mut, Du hast doch mal Kickboxen gemacht -naja, ein Buch über's Kickboxen gelesen und sogar am Kerzenständer ausprobiert -ein paar Kicks fallen dir doch jetzt ein....vor allem d i e, wie man wild auf einem Bürostuhl sitzend um sich tritt. Doch mir fällt vor allem ein, dass der Kerzenständer aus Metall war, die Kerzen noch brannten und die Wachs- und Blutflecken an der Wand, dem Schrank und auf der Bettwäsche neben dem schmerzenden Fuß und dem entstandenen Wohnungsbrand die kleineren Übel waren.
Ich denk an Action-Filme. Bruce Lee Willis, Steven Seagal, Chuck Norris grinsen mich an und winken mir zu; Kill Bill, Teil 1 und 2; Uma Thurman sowie Helge Schneider fallen mir ein. Was würde Helge tun und was macht er wohl grade? Und, dass ich jetzt lieber bei Uma Thurman wäre, auf ’ne Bionade oder auch mehr. Sie würde sagen, Hey, what’s that, Bionade? Smells fuckin good! Dann würd ich ihr sagen, Uma, du musst erst mal die anderen Sorten probieren! Holander for exampel, ihr einen vom Fermentierungsprozess erzählen, und dass Bionade ein beispielhaftes Produkt dafür ist, wie man in kürzester Zeit den Markt erobern kann. Uma öffnet interessiert den Mund, als wolle sie mir etwas sagen, mich jedoch noch viel lieber küssen. Ich schließe in hingebungsvoller Erwartung meine Augen, obwohl ich mich ungerne unterbrechen lasse... doch dann spricht sie, sagt etwas, das wie gesprochene Zeitlupe aus ihrem Mund an mein Ohr quillt. Ähnlich wie halb verdauter Babybrei kommt es wie ein Bäuerchen hoch "Waaaassss wiiiiiiilllllssss Duuuuuu deeeeennnnnn, waaaaaa?"
Im Raum ist es jetzt sehr, sehr still. Bis auf das Surren der Computer und das flache Atmen der feigen Bastarde, ist rein gar nichts zu hören. Aus dem Augenwinkeln, bilde ich mir ein, bewegt sich das Kameraauge in der Ecke -fort vom Geschehen hin zur bakteriologischen Entwicklung des Mülleimerinhaltes.
Ich sehe immer noch unverwandt in die flackernden Augen, die nicht Uma Thurman’s sind. Auch hier ist eine beiderseitige Verwandschaft auszuschließen.
Er muss bereits seit Stunden so verharren. Ich nehm seine zitternde Faust wahr, den Schaum auf seinen Lippen, seine nach vorne gerichtete Körperhaltung... D e r ist bereit mich zu zerfleischen, wie einen Döner mit extra Zwiebeln und Knoblauchsosse, den er zweifellos vorher gegessen hatte .... Ich sage: "I c h w i l l,.......daß Du Dich auf den Stuhl da drüben setzt, Deinen Computerscheiß machst und mit dem Schnalzen aufhörst."
Daraufhin lässt er die Hand sinken, die Faust entspannt sich, der Krampf aus seinem Gesicht entweicht und zieht sich zurück ins Resthirn. Ein Tropfen Speichel platscht auf den Boden, knapp an meinem Schuh vorbei -Holla, die Waldfee, d a wär aber was los gewesen, wenn der mich getroffen hätte.
Ein höllisches Inferno hätte das entfacht -Armaggedon!
Er sagt aber gar nichts, guckt nur perplex, geht zu seinem Platz und fängt an, still auf den Tasten zu klappern.
Sein Glück.
Na also, man muss sich nur richtig artizukulieren wissen.

Resume:
Hunde die Schnalzen, die hauen nicht?
Keilförmige Kerle eignen sich nicht unbedingt dazu, sie unangespitzt in den Boden zu rammen?
Kommt es nicht auch auf die Konsistenz und Beschaffenheit des Bodens an?
Was lernt man aus so einer Situation?
Und zu guter letzt: Interpunktion ist nicht jedermann's Sache, manchmal auch nicht meine, wie ich beim Lesen dieses Textes feststellen musste.
GEDÄCHTNIS = Speichern und Abrufen von Informationen
LERNEN = Aneignen von Wissen, Können und Verhalten durch Beobachtung, Übung und Einsicht.
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Text © 2006/2007 albanoundrominapower.twoday.net
albanoundrominapower3 - 16. Aug, 15:46